Was ist ein Supermond?
Ein Supermond ist ein Vollmond, der nahe am erdnächsten Punkt seiner Bahn steht. Weil die Mondbahn eine Ellipse ist, schwankt der Abstand zwischen rund 356.500 und 406.700 Kilometern. Steht der Vollmond nah, erscheint er etwas größer und deutlich heller. Der Begriff stammt von 1979 und ist keine astronomische Fachbezeichnung. In Moon Shine AI siehst du, in welchem Zeichen und Haus dieser Vollmond bei dir landet.
Woher der Begriff kommt
Wenn in den Nachrichten ein Supermond angekündigt wird, klingt das nach einem seltenen Ereignis. Astronomisch ist es keines. Den Ausdruck prägte 1979 der Astrologe Richard Nolle. In der Fachsprache der Astronomie kommt er bis heute nicht vor. Dort heißt dasselbe Ereignis Perigäums-Syzygie, also ein Zusammenfallen von Erdnähe und Neumond oder Vollmond.
Nolles Definition ist großzügig angelegt. Sie umfasst jeden Voll- oder Neumond, der innerhalb von neunzig Prozent der geringsten Erddistanz stattfindet. Nach dieser Rechnung kommen mehrere Supermonde pro Jahr zusammen. Andere Autoren rechnen enger, und dann bleiben zwei oder drei übrig. Eine verbindliche Grenze gibt es nicht, und deshalb widersprechen sich die Meldungen regelmäßig.
Durchgesetzt hat sich der Ausdruck über Medien und nicht über Fachliteratur. Das erklärt, warum die Zahlen von Jahr zu Jahr und von Quelle zu Quelle schwanken. Auffällig ist auch, dass fast immer nur der Vollmond gemeldet wird. Ein Neumond in Erdnähe fällt unter dieselbe Definition, sieht aber nach nichts aus und taucht deshalb in keiner Schlagzeile auf.
Ein Blick auf die Zahlen zeigt, wie weich diese Grenze ist. Liegt ein Vollmond ein paar tausend Kilometer über der Schwelle, zählt er nach der einen Rechnung noch mit und nach der anderen nicht mehr. Der Himmel kennt diese Schwelle nicht, denn der Abstand ändert sich stetig und nicht in Stufen. Die Grenze ist eine Vereinbarung zwischen Autoren. Genau deshalb liest du in einem Jahr von zwei Supermonden und anderswo von vieren.
Ähnlich funktionieren die Vollmondnamen. Erntemond, Erdbeermond oder Wolfsmond stammen aus alten Almanachen und benennen die Jahreszeit, in der ein Vollmond stattfindet. Mit dem Abstand zur Erde hat keiner dieser Namen etwas zu tun. Trotzdem stehen sie in denselben Meldungen direkt neben dem Supermond. Der Himmel liefert dabei nichts Neues. Wer beides zusammen liest, hält eine Sammlung von Namen leicht für ein besonderes astronomisches Ereignis.
Selten erwähnt wird das Gegenstück. Ein Vollmond nahe der Erdferne heißt in denselben Medien gelegentlich Minimond, und er tritt genauso regelmäßig auf. Über ihn berichtet fast niemand, weil weniger Licht keine Schlagzeile hergibt. Diese Schieflage erklärt einen Teil des Eindrucks von Seltenheit. Der Mond durchläuft in jedem Umlauf beide Extreme, und zwischen Erdnähe und Erdferne liegen rund zwei Wochen.
Die Zahlen hinter dem Abstand
Der Mond umkreist die Erde auf einer Ellipse und nicht auf einem Kreis. Am erdnächsten Punkt, dem Perigäum, sind es rund 356.500 Kilometer. Am erdfernsten Punkt, dem Apogäum, rund 406.700 Kilometer. Dazwischen liegen gut fünfzigtausend Kilometer Unterschied, und dieser Abstand ändert sich in jedem Umlauf.
Fällt ein Vollmond in die Nähe des Perigäums, erscheint seine Scheibe etwa 14 Prozent größer als bei einem Vollmond im Apogäum. Die Helligkeit steigt um rund 30 Prozent. Das sind gemessene Werte und keine Deutung. Sie gelten für den Vergleich der beiden Extreme und nicht für den Vergleich mit einem durchschnittlichen Vollmond.
Mit bloßem Auge fällt der Größenunterschied trotzdem kaum auf. Zwischen einem erdnahen und einem erdfernen Vollmond liegen Monate, und ohne direkten Vergleich fehlt dir der Maßstab. Deutlicher zeigt sich die zusätzliche Helligkeit. Wer den Mond an einem klaren Abend beobachtet, merkt eher, dass er heller leuchtet als sonst, als dass er größer wirkt.
Die 14 Prozent führen deshalb leicht in die Irre. Sie beschreiben den Vergleich zweier Extreme, die Monate auseinanderliegen. Gegenüber einem durchschnittlichen Vollmond fällt der Unterschied deutlich kleiner aus. Dazu kommt, dass dein Auge Größen am Himmel ohne Bezugspunkt schlecht schätzt. Auf zwei Fotos mit derselben Brennweite lässt sich der Unterschied nachmessen, mit bloßem Auge und einem halben Jahr dazwischen nicht.
Interessant ist der Rhythmus dahinter. Der Abstand des Mondes folgt einem eigenen Takt von 27,55 Tagen, während der Phasenzyklus 29,53 Tage braucht und damit etwas länger ausfällt. Weil beide Zahlen nicht zusammenpassen, wandert die Erdnähe langsam durch alle Phasen des Zyklus hindurch. Eine volle Runde dauert gut vierzehn Monate. Deshalb treten Supermonde fast immer in Serie auf, meist drei oder vier in aufeinanderfolgenden Monaten, und dazwischen liegen viele Monate ohne einen einzigen.
Was nicht belegt ist
Nolle verband seinen Begriff von Anfang an mit einer Vermutung. Erdnähe sollte geophysikalischen Stress auslösen, also Erdbeben, Vulkanausbrüche und schwere Stürme begünstigen. Für diesen Zusammenhang gibt es keinen Beleg. Untersuchungen zu Mondabstand und Erdbebenhäufigkeit haben ihn nicht bestätigt.
Dasselbe gilt für die verbreiteten Alltagsbehauptungen. Weder steigen die Geburtenzahlen bei Vollmond noch lässt sich eine allgemeine Schwankung der Stimmung nachweisen. Die Gezeiten reagieren tatsächlich auf die Erdnähe, dort geht es aber um Zentimeter. Ein Supermond hebt die Flut ein wenig an. Mehr passiert nicht.
Astrologisch ändert die Erdnähe an der Deutung wenig. Der Winkel zwischen Sonne und Mond bleibt derselbe wie bei jedem Vollmond, nämlich 180 Grad. Manche Astrologen gewichten einen erdnahen Vollmond etwas stärker und begründen das mit seiner Sichtbarkeit. Eine eigene Technik folgt daraus nicht, und die Häuser deiner Karte ändern sich dadurch ebenso wenig.
Bei den Gezeiten lohnt der genaue Blick. Der Unterschied zwischen einer gewöhnlichen Springflut und einer bei Erdnähe bewegt sich im Bereich weniger Zentimeter. An Küsten mit ohnehin hohem Tidenhub kann das zusammen mit Wind und Luftdruck auffallen. Diese beiden Faktoren wiegen dort allerdings weit schwerer als der Mondabstand. Auf einen einzelnen Menschen wirkt die Gezeitenkraft nicht messbar, denn sie hängt an der Ausdehnung des Wasserkörpers.
Wie du so eine Nacht sinnvoll nutzt
Am ehrlichsten ist der Blick nach oben. Ein erdnaher Vollmond leuchtet hell genug, um Schatten zu werfen. Steht er dazu tief am Horizont, wirkt er zusätzlich groß. Das ist allerdings eine optische Täuschung und hat mit dem Abstand nichts zu tun, denn sie tritt bei jedem Vollmond auf.
Astrologisch liest du ihn wie jeden anderen Vollmond. Er fällt auf eine Achse deiner Karte und aktiviert zwei gegenüberliegende Häuser. Welche Achse das ist, hängt an deinem Geburtsdatum, deinem Geburtsort und deiner Uhrzeit. Ohne diese Angaben bleibt nur die allgemeine Aussage, dass der Mond gerade in einem bestimmten Zeichen voll wird.
Bleibt die Frage nach der Erwartung. Wer eine große Nacht erwartet, erlebt oft eine ganz gewöhnliche. Der Himmel liefert ein hübsches Bild und einen Vollmond, der ein Stück heller ist als sonst. Das reicht völlig, und es ist auch alles, was sich seriös versprechen lässt.
Wer den Abend plant, achtet besser auf den Zeitpunkt als auf den Namen. Bei Vollmond geht der Mond ungefähr zum Sonnenuntergang auf. In der ersten Stunde danach steht er tief über dem Horizont und wirkt dabei am größten. Später am Abend steht er hoch, leuchtet klarer und wirkt kleiner. Diese Reihenfolge gilt bei jedem Vollmond und hat mit der Erdnähe nichts zu tun.
Ein Vergleich hilft beim Einordnen. Der Mond steht im Mittel rund 384.400 Kilometer entfernt, und die Abweichung von diesem Mittelwert bleibt in beide Richtungen im Bereich weniger Prozent. Für ein Fernglas oder ein kleines Teleskop macht dieser Unterschied nichts aus. Wer den Mond regelmäßig beobachtet, achtet ohnehin auf die Schattengrenze zwischen hell und dunkel, denn nur dort treten die Krater plastisch hervor. Bei Vollmond fehlt diese Grenze. Ausgerechnet die hellste Nacht des Monats zeigt am Fernrohr deshalb die flachste Ansicht.
Wenn du wissen willst, auf welche Achse deiner Karte der nächste Vollmond fällt und welche Häuser er berührt, frag Luna danach. Sie rechnet das aus deinen Geburtsdaten aus.
Wie viel größer sieht ein Supermond aus?
Ein Vollmond in Erdnähe erscheint rund 14 Prozent größer und etwa 30 Prozent heller als ein Vollmond in Erdferne. Ohne direkten Vergleich fällt der Größenunterschied kaum auf, die zusätzliche Helligkeit dagegen schon.
Löst ein Supermond Erdbeben aus?
Dafür gibt es keinen Beleg. Die ursprüngliche Vermutung von Richard Nolle zu geophysikalischem Stress wurde in Untersuchungen nicht bestätigt. Messbar reagieren nur die Gezeiten auf die Erdnähe, und zwar im Bereich von Zentimetern.
Ist Supermond ein astronomischer Fachbegriff?
Nein. Der Ausdruck stammt von 1979 vom Astrologen Richard Nolle und verbreitete sich über die Medien. In der Astronomie heißt dasselbe Ereignis Perigäums-Syzygie, also Erdnähe zusammen mit Neumond oder Vollmond.